Der spanische Mittelfeldspieler Andrés Iniesta hat Pläne für sein neues Weingut, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Aber erst einmal ist die Weltmeisterschaft wichtiger, wo der 26jährige Fussballprofi heute Mittwoch im Halbfinale für Spanien gegen Deutschland kickt.
Im Gegensatz zu anderen millionenschweren Fussball-Profis, die ihr Geld in sehr konservative Bankfonds stecken, zieht Iniesta ein eigenes Unternehmen auf. Er investiert etwa 9 Millionen Euro in Weinberge und ein Weingut eine Meile von seiner Heimatstadt in der Region Kastilien-La Mancha in Zentralspanien, berichtet sein Vater José Antonio Iniesta, der die Aktion leitet. Das Weingut strebt anfangs einen Jahresgewinn von 200000 Euro bei einem Umsatz von 600000 Euro an. Dazu will es nach Deutschland, Grossbritannien und Japan exportieren, denn die spanische Wirtschaft befindet sich seit zwei Jahren in einer Flaute.
«Ich will, dass er für jede 10 Euro, die er verdient, einen elften Euro hier herausbekommt», sagte Iniesta Senior. Noch sind die Architekten bei der Arbeit, das Weingut ist halb fertig.
Der Mittelfeldspieler hatte in den letzten zwei Jahren dazu beigetragen, dass Barcelona den Champions-League-Titel holen konnte und Spanien Europameister wurde. In den vergangenen drei Spielen Spaniens bei der WM 2010 war Iniesta jeweils 90 Minuten im Einsatz. Er schoss ein Tor gegen Südafrika und wurde zum «Man of the Match» im Viertelfinale Spanien gegen Paraguay gekürt, welches seine Mannschaft mit 1:0 gewann.
Iniesta erzielt einen Grossteil seines Einkommens aus seinem Vertrag mit dem FC Barcelona und einem Sponsorvertrag mit Nike Inc., berichtet sein Vater. Er habe aber auch einige Immobilieninvestments. Bevor der seit einem Jahrzehnt boomende spanische Immobilienmarkt 2007 zusammenbrach, haben spanische Fußballspieler etwa ein Drittel ihres Geldes in Immobilien investiert.
Das Weingut werde 700000 Flaschen Rot-, Weiss- und Rosé-Wein unter der Marke Bodega Iniesta herstellen. Die Produktion werde im September beginnen. Im ersten Jahr werde ein Teil des Weins nach Großbritannien und Deutschland exportiert werden, wo die Flasche im Restaurant bis zu 40 Euro kosten dürfte.
Zwar dürfte Iniesta mit seinem Namen den Umsatz ankurbeln, aber es könnte Jahrzehnte dauern, bis sich die Marke in dem überfüllten Markt etabliert, sagt Felix Yanez, Geschäftsführer des Instituto de la Vid y del Vino, das in Kastilien-La Mancha den Weinanbau überwacht. «Für Andrés Iniesta wird es ein gutes Geschäft sein. Für seine Enkelkinder wird es ein sehr, sehr, sehr gutes Geschäft sein.»



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