Der wichtigste Wein-Index ist auf einem Allzeit-Hoch, einzelne Weine legten in den letzten 12 Monaten um 300 Prozent zu. Der exklusive Rebensaft lockt mit saftigen Renditen. Die Wirtschaftsplattform cash.ch zeigt, wie man mit Wein Geld verdienen kann:
Es sind Zahlen, die das Herz von Investoren höher schlagen lassen: Der «Liv-ex 100 Fine Wine Index» stieg dieses Jahr bereits schon 24 Prozent, im Fünf-Jahres-Vergleich sogar um 300 Prozent. Der Bordeaux 2009 ist der teuerste aller Zeiten und der Premier Cru classé von Lafite-Rothschild legte im Jahresvergleich ebenfalls um 300 Prozent zu. Der Preis hierzulande: 1000 Franken pro Flasche.
Die Jagd nach den besten der Besten führt denn auch zu Preisen jenseits von Gut und Böse: So kaufte ein asiatischer Sammler diesen März eine 6 Liter Flasche Pétrus mit Jahrgang 1982 für 45′000 Pfund, also rund 74′250 Franken.
Die Nachfrage und damit die Preise werden vor allem aus China, Indien und Osteuropa getrieben. Aber auch die Westeuropäer erkennen immer mehr das lukrative Investment – vor allem auch wegen der inzwischen abflauenden Finanz- und Wirtschaftskrise.
Besser als Aktien – auch in der Krise
Denn die edlen Tropen rentieren besser als Aktien – gerade in schwierigen Zeiten. Das zeigt eine Studie der beiden Ökonomen Philippe Masset und Jean-Philippe Weisskopf. Sie haben die Weinpreise zwischen Januar 1996 und Januar 2009 mit dem Russel 3000 Index verglichen, in dem die 3000 US-Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung gelistet sind.
Das Resultat: Der Aktienindex stieg zwar von 1996 bis 2000 stärker als der allgemeine Weinindex. Doch von 2001 bis 2003 machte er einen tiefen Taucher. Der Weinindex dagegen stieg weiter. Weder die Terroranschläge in New York noch das Platzen der Internetblase hätten grosse Folgen gehabt auf die Weinpreise, schreiben die Forscher.
Von 2005 bis 2008 verdoppelte sich der Wert des Weinindexes. Von Mitte 2008 bis Januar 2009 fiel der Index wegen der Finanzkrise um 17 Prozent. Aber in derselben Zeitperiode stürzte der Russell 3000 um satte 47 Prozent ab. Noch wesentlich besser als der allgemeine Weinindex performten die Spitzenweine. Vor allem mit diesen, so die Forscher, lassen sich in guten Zeiten sehr hohe Renditen erzielen und in schlechten minimieren sie das Risiko im Depot.
Futures und die gute alte Flasche
Um mit alkoholhaltigem Rebensaft viel Geld zu verdienen, haben Anleger eine Palette von Möglichkeiten: Sie können zum einen in börsekotierte Weingüter investieren, vor denen jedoch nur wenige ausschliesslich Wein produzieren. Zum anderen können sie Weinfutures, Weinflaschen oder gleich ganze Weingüter kaufen.
Am besten eignen sich Weinfutures, also Termingeschäfte, bei denen das Gut, der Preis und der Kauftermin im Voraus festgelegt werden. Oder dann der direkte Kauf von Weinflaschen, bevorzugt edle und damit werthaltige Tropfen wie zum Beispiel Bordeaux. Danach braucht es einige Monate oder eben Jahre Geduld und eine sorgsame und korrekte Lagerung der Flaschen.
Zwar sind die höchsten Preissteigerungen beim Wein vielleicht schon vorbei, doch auch in den nächsten Jahren dürften bei edlen Weinen über einen Zeitraum von 24 bis 36 Monate Renditen von 20 bis 40 Prozent locken – und das bei einem beschränkten Risiko. Im schlimmsten Fall müssen die Besitzer die Flaschen eben selber leer trinken.



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